Verschiedenes

Das neue Kindschaftsrecht (Informationsbroschüre des Bundesministeriums der Justiz).

Nachlassregelung - Letzter Wille

Ob die Erbregelungen des Gesetzgebers greifen sollen oder nicht - jeder hat es selbst in der Hand! Denn testamentarische Regelungen haben Vorrang vor den im Bürgerlichen Gesetzbuch festgelegten Erbrichtlinien. Hat der Verstorbene also weder ein Testament noch einen Erbvertrag hinterlassen, greift die gesetzliche Erbfolge ein. Danach gilt grundsätzlich, dass der Verstorbene von seinem Ehegatten und seinen Kindern jeweils zur Hälfte beerbt wird, sofern die Ehegatten im gesetzlichen Güterstand lebten (Zugewinngemeinschaft).
Soll von der gesetzlichen Erbfolge abgewichen werden, muss man eine "Verfügung von Todes wegen" errichten. Mit einem Testament oder Erbvertrag kann man den Übergang seines Vermögens auf eine oder mehrere Personen individuell nach seinen Vorstellungen regeln. Grundsätzlich kann man sein Testament jederzeit ändern oder aufheben. Treffen Ehegatten in einem gemeinschaftlichen Testament aber eine wechselseitige Verfügung, sind sie an diese gebunden.

Grundsätzlich werden drei Formen des Testaments unterschieden. Die Nachlassgerichte legen strenge Kriterien an, wenn es darum geht, wie ein Testament auszusehen hat. Wer nicht Gefahr laufen will, dass sein mühsam erarbeitetes Testament unberücksichtigt bleibt und statt seines Willens die gesetzliche Erbfolge greift, der sollte peinlich genau auf die formalen Kriterien achten. Zur Sicherheit wird immer empfohlen, Informationen bei einem Notar einzuholen.

Das private Testament

Jeder kann ein eigenhändiges Testament, das auch als persönliches oder privates Testament bezeichnet wird, von Hand schreiben. Unabdingbare Voraussetzung für ein solches privates Testament ist, dass der Erblasser es eigenhändig schreibt und auch unterschreibt. ansonsten ist das Testament unwirksam, somit wertlos. Weiterhin ist neben der Unterschrift auch Ort und Datum zu vermerken.
Wo das eigenhändig verfasste Testament aufbewahrt wird, spielt keine Rolle - sofern es nach dem Tod des Erblassers gefunden wird. Es ist also empfehlenswert, dem Ehepartner oder einer anderen Person des Vertrauens mitzuteilen, dass man ein Testament geschrieben hat und wo dieses aufbewahrt wird. Wer aber auf Nummer sicher gehen will, hinterlegt gegen eine einmalige Gebühr das Testament beim zuständigen Amtsgericht (amtliche Verwahrung). In diesem Fall ist dann sicher gestellt, dass das Testament nach dem Tod sofort zur Verfügung steht. Bei einem sogenannten "Testamentseröffnungstermin" wird der Inhalt dann festgestellt.

Das öffentliche Testament

Wer ganz sicher sein will, dass sein Testament nicht verloren geht oder gar gefälscht wird, der geht zum Notar und errichtet ein öffentliches Testament, auch notarielles Testament genannt. Hierbei ist von Vorteil, dass der Notar nicht nur den Inhalt zu Papier bringt, er berät auch den Testierenden - er ist verpflichtet, den Willen desjenigen zu erforschen, der sein Testament abgibt. Er muss ihm die rechtliche Tragweite erläutern, ihm helfen, damit Irrtümer und Zweifel in den Formulierungen vermieden werden und er muss darauf achten, dass niemand wegen seiner Unerfahrenheit benachteiligt wird. Auch dieses Testament wird anschließend in amtliche Verwahrung genommen.

Das Nottestament

In der Praxis spielt das Nottestament heute kaum noch eine Rolle, dennoch ist es gesetzlich weiterhin zulässig. Es ist für Fälle vorgesehen, in denen der Erblasser wegen besonderer Umstände, beispielsweise wegen schwerer Krankheit oder wegen schweren Verletzungen in Lebensgefahr schwebt und nicht mehr in der Lage ist, ein privates oder öffentliches Testament zu errichten. Das Nottestament kann vor dem Bürgermeister, vor drei Zeugen und auch auf hoher See errichtet werden.