Namensrecht

Welchen Namen bekommt unser Kind?


Infos zur Namensgebung

Jeder sorgeberechtigte Elternteil hat das Recht und die Pflicht, seinem Kind Vornamen und ggfls. auch einen Familiennamen zu erteilen. In diesem Zusammenhang bitten wir Sie folgende Hinweise zu beachten:

Vornamen

Für Jungen sind nur männliche, für Mädchen nur weibliche Vornamen zulässig. Lediglich der Vorname "Maria" darf Jungen neben einem oder mehreren männlichen Vornamen gegeben werden. Vornamen, die männlich und weiblich sind (z.B. Toni), können nur zusammen mit einem eindeutig das Geschlecht des Kindes bestimmenden Vornamen gegeben werden. Bezeichnungen, die ihrem Wesen nach keine Vornamen sind, oder Namen, die das Kind der Lächerlichkeit preisgeben, dürfen nicht gewählt werden. Den Rufnamen im Rechtssinne gibt es nicht. Sämtliche Vornamen haben untereinander den gleichen Rang.

Familienname

  • Das Kind erhält den Ehenamen seiner Eltern als Geburtsnamen.
  • Führen die Eltern keinen Ehenamen, und steht ihnen die elterliche Sorge gemeinsam zu, weil sie verheiratet sind oder übereinstimmende Sorgeerklärungen abgegeben haben, so entscheiden Sie innerhalb eines Monats nach der Geburt gemeinsam, ob ihr Kind den Familiennamen der Mutter oder den des Vaters erhalten soll. Die Entscheidung gilt für alle weiteren gemeinsamen Kinder. Können Sie sich nicht einigen, so überträgt das Familiengericht die Entscheidung einem der beiden Elternteile.
  • Liegt die elterliche Sorge allein bei der Mutter, so erhält das Kind den Familiennamen der Mutter. Die Mutter kann dem Kind jedoch auch mit Einwilligung des Vaters dessen Familiennamen erteilen. In diesem Fall ist eine gemeinsame persönliche Vorsprache der Mutter und des Vaters beim Standesamt erforderlich.
  • Ist ein Elternteil Ausländer, so können die Eltern bestimmen, dass das Kind seinen Namen nach dem Recht des Staates erhält, dem ein Elternteil angehört. Hat ein ausländischer Elternteil seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland, so kann auch deutsches Recht gewählt werden. Weitere Informationen erhalten Sie beim Standesamt.

Namenserklärungen für Kinder

Ein Elternteil kann in bestimmten Fällen seinem minderjährigen Kind den Familiennamen des anderen Elternteils oder den Ehenamen aus seiner jetzigen Ehe erteilen. Weitere Informationen erhalten Sie im Standesamt.

Wiederannahme eines früheren Namens

Wiederannahme oder Hinzufügung eines früher geführten Namens nach Auflösung der Ehe (Scheidung, Tod eines Ehegatten). Die Erklärung bedarf der öffentlichen Beglaubigung (persönliche Vorsprache erforderlich). Bitte rufen Sie uns vorher an, welche Unterlagen mitzubringen sind. In der Regel ist dies eine beglaubigte Abschrift des Familienbuches der letzten Ehe mit Eintrag des Scheidungs- bzw. Todesvermerkes.

Namenserklärung nach Art. 47 EGBGB



Personen, die nach ausländischem Recht einen Namen erworben haben und deren Namensführung sich fortan nach deutschem Recht richtet (z. B. durch Einbürgerung), können durch eine Erklärung nach Art. 47 EGBGB ihre Vor- und Familiennamen in eine deutschsprachige Form bringen und dem deutschen Recht fremde Namensbestandteile ablegen. Führen Sie bisher nur Eigennamen, können diese in Vor- und Familienname angeglichen werden.

Bitte beachten Sie, dass diese Erklärung nur einmal möglich ist.

Erforderliche Unterlagen für die Namenserklärung nach Art. 47 EGBGB

Bitte bringen Sie folgende Unterlagen für die Namenserklärung mit:Ihren Personalausweis oder Reisepass Den Nachweis über die Anwendbarkeit deutschen Rechts, z. B. Einbürgerungsurkunde oder Reiseausweis, jeweils im Original Ihre Geburtsurkunde bzw. eine beglaubigte Abschrift aus dem als Heiratseintrag fortgeführten Familienbuch Ihrer Eltern im Original Falls Sie verheiratet sind, zusätzlich Ihre Heiratsurkunde oder eine beglaubigte Abschrift aus dem als Heiratseintrag fortgeführten Familienbuch, jeweils im Original Falls Sie geschieden sind und kein als Heiratseintrag fortgeführtes Familienbuch mit dem Eintrag der Scheidung existiert, zusätzlich das ausführliche Scheidungsurteil mit Rechtskraftvermerk des Gerichts (falls eine Verhandlung statt fand) und die Scheidungsurkunde vom Standesamt, falls vorhanden (bei Scheidung im Ausland) Falls Sie Kinder haben und getrennt leben, den Sorgerechtsbeschluss bzw. die Einwilligung des anderen sorgeberechtigten Elternteils in die beabsichtigte Namenserklärung Falls Ihr Ehegatte verstorben ist, die Sterbeurkunde des Ehegatten.
Kinder ab 14 Jahren müssen die Erklärung persönlich abgeben, die sorgeberechtigten Eltern müssen dieser Erklärung zustimmen, d. h. alle müssen persönlich im Standesamt erscheinen.

Alle Unterlagen, die nicht in deutscher Sprache vorliegen, müssen von einem allgemein beeidigten Übersetzer ins Deutsche übertragen sein und müssen je nach Ausstellungsland mit einer Legalisation bzw. Apostille versehen sein.

Informationen zu Legalisation und Apostille

Gebühren

Die Beurkundung der Erklärung nach Art. 47 EGBGB ist gebührenfrei.

Spätaussiedler


Namenserklärungen von Spätaussiedlern nach § 94 BVFG

Unter welchen Voraussetzungen Spätaussiedler und Vertriebene Namenserklärungen abgeben können und welche Unterlagen dazu vorzulegen sind, erfragen Sie bitte beim Standesamt.