Eheschließung Ausland

Eheschließung mit ausländischen Partnern


Info über die rechtlichen Besonderheiten bei Ausländerbeteiligung

Die Eheschließungen, bei denen mindestens ein Partner eine ausländische Nationalität besitzt, nehmen ständig zu.

Bevor aber zum Beispiel aus einer deutsch-türkischen Freundschaft eine dauerhafte Verbindung werden kann, sind leider viele rechtliche Fragen zu klären und eine Menge Papiere zu besorgen. Bei der Prüfung der sog. Ehefähigkeit (im Rechtssinne) von ausländischen Verlobten hat der Standesbeamte nämlich zusätzlich zu prüfen, ob sich aus dem jeweiligen Heimatrecht des ausländischen Partners nicht evtl. gesetzliche Ehehindernisse ergeben. Durch diese Prüfung soll auch vermieden werden, dass die in der Bundesrepublik geschlossene Ehe später im Heimatstaat der/des Verlobten möglicherweise nicht anerkannt wird.

Zur Zeit benötigen Staatsangehörige folgender Länder ein Zeugnis der zuständigen Behörde ihres Heimatstaates, dass der Eheschließung nach dem Recht dieses Staates kein Ehehindernis entgegensteht (Ehefähigkeitszeugnis):

Bulgarien, Dänemark, Finnland, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Japan, Kenia, Kroatien, Kuba, Liechtenstein, Luxemburg, Mosambik, Neuseeland, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz, Slowakei, Spanien, Tansania, Tschechische Republik, Türkei, Ungarn.
Welche Behörde dieses Dokument ausstellt, erfahren Sie bei den Konsulaten Ihres Heimatstaates oder - soweit uns entsprechende Informationen vorliegen - auch beim Standesamt.

Ausländische Antragsteller aus anderen Staaten (in denen keine Ehefähigkeitszeugnisse ausgestellt werden) bedürfen der Befreiung von der Beibringung des Ehefähigkeitszeugnisses durch den Präsidenten des zuständigen Oberlandesgerichts (zuständig für den Standesamtsbezirk Ebersdorf b. Coburg ist das Oberlandesgericht Bamberg).

Der Antrag an das Oberlandesgericht kann erst erfolgen, wenn die hierzu erforderlichen Dokumente und Nachweise (z.B. über den Familienstand und die Identität des Antragstellers) vollständig beim Standesamt vorliegen. Hilfreiche Informationen über das Verfahren und die vorzulegenden Urkunden und Dokumente finden Sie zum Beispiel auf den Internetseiten des OLG Stuttgart.

Für fremdsprachige Urkunden sind grundsätzlich lückenlose Übersetzungen in die deutsche Sprache - gefertigt von einem im Bundesgebiet öffentlich bestellten und beeidigten Übersetzer - vorzulegen. Ausländische Urkunden bedürfen häufig auch einer Überbeglaubigung durch die zuständige ausländische Behörde (Apostille) oder die deutsche Auslandsvertretung im Heimatstaat (Legalisation). Bei einer Reihe von Staaten mit unzuverlässigem Urkundenwesen ist eine kostenpflichtige und zeitaufwendige Prüfung der Urkunden vor Ort auf Echtheit und inhaltliche Richtigkeit durchzuführen - siehe hierzu die Informationen des Auswärtigen Amtes über den internationalen Urkundenverkehr und die Legalisation von Urkunden.

Ausländische Scheidungsurteile sind auf die Gültigkeit für den deutschen Rechtsbereich zu prüfen und unter Umständen von der Landesjustizverwaltung (in Bayern: Oberlandesgericht München) förmlich anzuerkennen.

Bei dem für Sie zuständigen Standesamt an Ihrem Wohnsitz erhalten Sie ausführliche Informationen, welche "Heiratspapiere" in Ihrem Fall für die Anmeldung der Eheschließung und den Befreiungsantrag an das zuständige Oberlandesgericht erforderlich sind. Das Verfahren beim Oberlandesgericht ist kostenpflichtig - bei schwierigen Fällen bzw. fehlenden Nachweisen ist mit einer längeren Bearbeitungsdauer zu rechnen.